Trageberatung – (wozu) brauch ich das?!?

Oder: Warum es durchaus sinnvoll ist, eine Trageberatung in Anspruch zu nehmen.

„Tragen ist immer gut!“ Diesen Spruch hört und liest man in letzter Zeit immer häufiger. Und ich stimme ihm auch absolut zu. Ein Baby zu tragen hat so viele Vorteile.

Babytragen
Tragetuch: Buzzidil

Aber ist es wirklich egal, wie und womit man trägt, denn „gut ist es ja immer“? Jein. Fürs Baby ist der Körperkontakt immer gut, ja. Und auch den Eltern tut er gut, er fördert die Bindung, es fühlt sich kuschelig an, das Baby ist zufrieden und weint meist weniger. Trotzdem macht es unter Umständen einen himmelhohen Unterschied, WIE man trägt.

Ich selbst begann mit dem Tragen vor fast 17 Jahren, nach der Geburt unseres ersten Sohnes. Ich hatte ein ausgeliehenes Tragetuch, das für mich viel zu lang war, und ich ließ mir von der Hebamme zeigen, wie es gebunden wird. So irgendwie. Mehr schlecht als recht. Ich nutzte es oft und gerne. Aber genauso froh war ich zugegebenermaßen, wenn ich es – und das Baby – nach einer Weile wieder ablegen konnte. Weil… so richtig bequem war es nicht. Es drückte und verursachte Verspannungen. Ein paar Monate später kaufte ich eine handelsübliche Tragehilfe (die ich aus heutiger Sicht nicht empfehlen würde). Welch Erleichterung gegenüber dem Tragetuch! Auf den ersten Blick. Aber… so richtig bequem war sie auch nicht…

Zwei Kinder und viele Tragehilfen und -tücher später kann ich daher sagen: Ja, es macht sehr wohl einen Unterschied, wie und womit man trägt. Ob das Tuch „richtig“ gebunden ist, so dass nicht nur das Kind anatomisch gut sitzt, sondern es AUCH für den Träger angenehm ist. Oder ob die Tragehilfe richtig zur eigenen Statur passt und korrekt eingestellt ist (und zwar auf Kind UND Träger). Das entscheidet u.U. darüber, wie oft, wie gerne, wie lange man trägt.

Für Sohn 1 war die Tragezeit relativ schnell vorbei. Ich schaffte es einfach nicht länger, ihn zu tragen. Schade.

Und wie findet man nun die für einen selbst und das eigene Baby passende Tragehilfe (Tuch eingeschlossen)? – Richtig! Durch ausprobieren und/oder Üben (im Fall des Tragetuches). So wie ich im Schuhladen verschiedene Modelle anprobieren muss, um ein passendes für mich zu finden, oder nicht jede Jeans gleich bequem ist, so passt eben auch nicht jede Tragehilfe jeder/m TrägerIn gleich gut. Und das Tuchbinden will geübt werden – im Idealfall unter guter und fachkundiger Anleitung. Und genau dafür sind wir Trageberaterinnen da! Wir haben eine große Auswahl verschiedener Modelle im Sortiment, beherrschen unterschiedliche Tragetuch-Bindeweisen für’s Tragen vor dem Bauch, auf dem Rücken oder auf der Hüfte, und haben auch sonst den einen oder anderen Tip und Trick auf Lager, der nicht in der Anleitung steht.

Für Sohn 2 kaufte ich mir nach ausgiebiger Internetrecherche eine gute Tragehilfe, als er etwa 10 kg schwer war, weil es mit dem (immer noch nicht optimal gebundenen und diesmal eher zu kurzen) Tuch langsam wieder beschwerlich wurde. Welch Erleichterung! Endlich konnte ich wieder bequem tragen! – Das ist mittlerweile etwa 12 Jahre her, und seitdem sind viele, viele tolle neue Tragehilfen auf dem Markt erschienen, die Sohn 3 mit mir testen durfte. Er wurde dann auch viel getragen – bis er selbst genug hatte und nicht mehr wollte.

Schade um all die schönen Tragehilfen…! Aber die kommen nun in den Trageberatungen zum Einsatz. Damit möglichst viele Eltern von Anfang an gut und bequem und lange tragen können!

Tragehilfe: Emeibaby Toddlersize